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Platzhocker aufziehen

Erwachsene Lachmöwe Zur Gruppe der Platzhocker zählen unter anderem die Möwen, Seeschwalben und Nachtschwalben.

Folgende Möwen sind Brutvögel in Deutschland:

Weitere Arten wie die Mantelmöwe kommen zwar in Deutschland vor, sind allerdings keine Brutvögel. Foto rechts: Erwachsene Lachmöwe, Foto unten rechts: Erwachsene Flussseeschwalbe, beide © Gaby Schulemann-Maier

Erwachsene Flussseeschwalbe Aus der Gruppe der Seeschwalben brüten bei uns:

  • Brandschwalbe
  • Flussseeschwalbe
  • Küstenseeschwalbe
  • Lachseeschwalbe
  • Trauerseeschwalbe
  • Zwergseeschwalbe

Zu den hierzulande brütenden Nachtschwalben gehört der seltene

  • Ziegenmelker

Alle Seeschwalben und der Ziegenmelker sind vom Aussterben bedroht beziehungsweise zählen in Deutschland zu den stark bedrohten Arten.

Platzhocker sind nach dem Schlupf voll befiedert und sehend. Sie können sich im Unterschied zu den sogenannten Nestflüchtern bereits im näheren Umfeld des Nestes bewegen, kehren aber immer wieder dorthin zurück. Am Nest werden sie gehudert (vom Alttier gewärmt), die Körpertemperatur können sie noch nicht selbstständig halten; auch die Flugfähigkeit erlangen sie spät.

Aufzucht von Möwen
Diese im Erwachsenenalter hochseetauglichen Vögel benötigen als Jungtiere eine ganz besondere Pflege.

Unterbringung
Junge SilbermöweDie Unterkunft sollte geräumig sein. Junge Möwen benötigen ca. einen Quadratmeter Platz, um so artgerecht wie möglich aufzuwachsen. Als Bodengrund sind ungedüngte Erde, Sand und feiner Mulch geeignet. Eine flache Schale mit Wasser darf ebenso wenig fehlen wie eine Wärmequelle (Glühbirne mit 40 bis 60 Watt oder Infrarotdunkelstrahler.) Die Wärmequelle so weit wie möglich vom Wasser entfernt anbringen, denn durch Spritzwasser kann die Glühbirne während des Betriebs platzen. Foto rechts: Junge Silbermöwe, © Hilke Ascheberg

Damit sich die Tiere bei Aufregung den Blicken des Menschen entziehen können, benötigen sie eine Versteckmöglichkeit. Hierfür kann man mit Zweigen von Sträuchern, Bambus oder Ziergräsern einen Teil der Unterbringung so gestalten, dass dahinter ein ungestörtes, nicht einsehbares Plätzchen entsteht. Auch ein umgedrehter, an der Vorderseite offener Karton erfüllt diesen Zweck.

Ernährung
Junge SilbermöweDie Alttiere ernähren sich sehr vielseitig. Auf ihrem Speiseplan stehen Vogeleier und Küken anderer Vögel, Jungfische, Krabben, Muscheln, Heuschrecken und Würmer sowie kleine Nagetiere und gelegentlich auch ausgewachsenen Vögel (dies gilt für die nicht in Deutschland brütende Mantelmöwe). In ihrem Lebensraum sind Möwen die Gesundheitspolizei, da sie vor allem kranke und schwache Individuen der Beutetiere fangen.

Junge Möwen erhalten Regenwürmer, Insekten, Insektentrockenfutter, Limikolenfutter, ungewürztes Fischfilet in kleinen Stücken und Tatar. Bereits im Alter von zehn Tagen können sie die Nahrung selbst aufnehmen. Man bietet das Futter jetzt in einer flachen Schale mit Wasser an und animiert die Tiere zum Fressen, indem man sie mit dem Finger auf das Futter aufmerksam macht. Möwen werden im Alter von ca. 45 Tagen flügge. Ihr endgültiges Alterskleid erreichen sie erst mit der vierten Mauser. Foto rechts: Junge Silbermöwe, © Hilke Ascheberg

Der Nahrungsbedarf junger Möwen ist sehr hoch. Schon ab dem ersten Tag ist er fast identisch mit dem Eigengewicht und er steigt im Laufe der Entwicklung auf bis zu 100 - 150 Gramm täglich für ältere Jungvögel an.

Auswilderung
Junge SilbermöweWenn die Jungvögel mit den Flugversuchen beginnen, sollten sie bis zur Auswilderung in einer Voliere mit größerer Wasserquelle untergebracht werden, in der sie ihre Muskulatur trainieren können. Die Auswilderung erfolgt wie bei den Nestflüchtern, natürlich in einem Lebensraum, in dem Artgenossen angetroffen werden. Foto rechts: Junge Silbermöwe, © Hilke Ascheberg

 

 

Aufzucht von Seeschwalben und Ziegenmelkern
Erwachsene Küstenseeschwalbe Vogeljunge dieser Art sind nach einer Erstversorgung bzw. Notversorgung so schnell wie möglich in fachkundige Hände abzugeben. Eine Liste mit Adressen von Auffangstationen finden Sie hier. Foto rechts: Erwachsene Küstenseeschwalbe, © Gaby Schulemann-Maier

Als Nahrung für die Seeschwalben sind nur kleine Fische oder püriertes Fischfilet (natürlich ungewürzt) geeignet; der Ziegenmelker ist ein reiner Insektenfresser und sollte nur mit Heimchen, Fliegen, Spinnen gefüttert werden.

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