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Auswilderung junger Tauben

Taube vor der Auswilderung Lassen Sie jungen Tauben genug Zeit zum "erwachsen" werden. Auch wenn sie bereits alleine fressen und fliegen können, so sind Tauben, insbesondere Ringeltauben, noch lange sehr "unreif" und unselbstständig. Mindestens sechs bis acht Wochen alt sollte eine Taube sein, bevor sie guten Gewissens ausgewildert werden kann. Foto rechts: Taube vor der Auswilderung, © Anke Dornbach

Idealerweise werden zwei oder mehrere miteinander aufgezogene Tauben zusammen ausgewildert. Die Lebensweise und der Lebensraum von erwachsenen Wild- und Stadttauben unterscheiden sich so gravierend, dass sie später nicht gemeinsam ausgewildert werden können. Lediglich Türken- und Ringeltauben können gemeinsam in die Freiheit entlassen werden. Stadttauben nur zusammen mit anderen Stadttauben.

Bei Wildtauben geht man im Prinzip genauso vor wie bei anderen aufgezogenen Wildvogelarten.

Erste Inspektion der Freiheit Nach Erreichen der Selbstständigkeit kommen sie für etwa zwei Wochen in eine Voliere im Freien, um sich in dieser Zeit noch mehr vom Menschen zu entfremden und um sich die Umgebung einprägen zu können.

Nach dieser Zeit öffnet man die Voliere und stellt den Tauben weiterhin für die nächsten Wochen Futter und Wasser auf einem Anflugbrett bereit. Auf diese Weise können sie sich langsam und allmählich an ihr Leben in Freiheit anpassen. Foto rechts: Erste Inspektion der Freiheit, © Anke Dornbach

Junge Türkentaube wagt den Abflug in die Freiheit Der Standort zur Auswilderung von Wildtauben sollte sorgsam gewählt werden. Ideal ist ein Garten, in welchem sich ohnehin regelmäßig andere Wildtauben aufhalten. Hohe Nadelbäume bieten ihnen Schutz und Geborgenheit. Greifvögel und Katzen sind die Hauptfeinde von unerfahrenen, gerade ausgewilderten Wildtauben.

Miteinander ausgewilderte Tauben bleiben noch sehr lange zusammen, was den Vorteil hat, dass sie voneinander lernen können und sich gegenseitig auf Gefahren aufmerksam machen können. Foto rechts: Junge Türkentaube wagt den Abflug in die Freiheit, © Anke Dornbach

Die Freilassung von handaufgezogenen Stadttauben gestaltet sich etwas komplizierter, da Stadttauben Nachkommen von domestizierten Haustauben sind, was sich in ihren Verhaltensweisen widerspiegelt. Das wichtigste Verhaltensmerkmal der Nachfahren von Columba livia ist die sogenannte Schlagtreue. Aufgezogene Stadttauben benötigen ihr Leben lang einen Anlaufpunkt, wo sie neben Artgenossen Nahrung, Wasser und Unterschlupf finden können. An diesen Ort werden sie von nun an immer wieder zurückkehren. Nun hat natürlich nicht jeder, der ein verwaistes Stadttaubenkind aufgezogen hat, einen Taubenschlag zu Hause, um ihm dies alles bieten zu können.

Drei junge Türkentauben in der Freiheit
Foto: Drei junge Türkentauben in der Freiheit, © Anke Dornbach

Sie haben mehrere Möglichkeiten, wie Sie vorgehen können:

  • Fragen Sie in Ihrem Tierschutzverein nach eventuellen Taubenschlägen für in Not geratene Stadttauben.
  • Errichten Sie z. B. auf dem Balkon oder im Dachboden einen Unterschlupf für Ihr Taubenkind, wo es ein und aus fliegen kann. Auch ein kleines Gartenhaus kann diesen Zweck erfüllen.

Egal, wofür Sie sich entscheiden, auch bei Stadttauben gilt: Zwei Wochen lang Einsperren im neuen Domizil und erst dann darf die Behausung geöffnet werden. In einem Taubenschlag kann für diesen Zweck ein großer Käfig mit den auszuwildernden Stadttauben aufgestellt werden.

Ein handaufgezogenes Stadttaubenkind einfach in der Innenstadt auszusetzen, kommt höchst wahrscheinlich seinem Todesurteil gleich!

Weiterführende Texte:

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