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Wie oft und wie viel füttern?

Sperrender Grünfink Diese Fragen sind äußerst schwierig zu beantworten, da sie von der jeweiligen Vogelart, dem Alter und dem Allgemeinzustand des einzelnen Vogels abhängen. Foto rechts © C. Busse-Ziegler

Bitte betrachten Sie daher die hier gegebenen Vorschläge nicht als verbindlich, sondern lediglich als grobe Anhaltspunkte!

Die hier genannten Futtermengen gelten für die meisten Singvogelarten im gesunden Zustand. Bitte beachten Sie, dass völlig ausgehungerte Jungvögel, die vielleicht sogar heißhungrig um Futter betteln, erst behutsam an die Nahrungsaufnahme gewöhnt werden müssen, bis ihre Verdauung wieder funktioniert. Sie erkennen eine gesunde Verdauung daran, dass der Vogel regelmäßig Kothäufchen absetzt, die innen dunkler und mit einer weißen "Haut" überzogen sind.

Bei ausgehungerten Vögeln ist das Brustbein deutlich und spitz zu ertasten (siehe auch das Kapitel "Anzeichen für Erkrankungen" in der Gesundheitsrubrik). Wie solche Hungerkandidaten zu behandeln sind, lesen Sie hier.

Buntspecht auf der WaageEs ist sehr zu empfehlen, den Vogel täglich zu wiegen. So kann man sichergehen, dass eine kontinuierliche Gewichtszunahme erfolgt. Die meisten handelsüblichen digitalen Küchenwaagen können bis auf ein Gramm genau das Gewicht anzeigen. Sie eignen sich bestens für das Wiegen junger Vögel. Um die Tiere nicht zu sehr zu verängstigen, sollte man sie in einer kleinen Schale, also quasi einem Nestersatz, auf die Waage stellen. Später kann man die Schale wiegen und deren Eigengewicht vom zuvor erhaltenen Wert abziehen, dann erhält man das Gewicht des Jungvogels. Oder aber man stellt zunächst die Schale auf die Waage, stellt diese auf Null und setzt dann den Jungvogel in die Mulde, um ihn zu wiegen. Foto rechts: Junter Buntspecht beim Wiegevorgang, © Heike Brunken

 

Fütterung einer Mehlschwalbe
Junge Mehlschwalbe, Foto © Corinna Warnecke/Hobby-Fotograf: Christian Mende

Häufigkeit der Fütterungen:
Mönchsgrasmücken-NestlingIm Allgemeinen werden Jungvögel von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefüttert. Es genügt, wenn die erste Fütterung um sechs Uhr morgens und die letzte gegen 22 Uhr erfolgt. Nur sehr junge Nestlinge, die jünger als eine Woche sind, werden auch nachts gefüttert; dann allerdings nur jede zweite Stunde.

Einige Vogelarten betteln aus Angst oder aufgrund von Schwäche gar nicht. Wiederum andere, zum Beispiel Sperlinge, betteln noch, obwohl sie bereits einen deutlich gefüllten Kropf haben. Viele Jungvögel betteln automatisch beim Erscheinen ihres Pflegers, egal, ob sie hungrig oder satt sind. Lassen Sie sich dadurch nicht irritieren, sondern halten Sie den Fütterungsrhythmus strikt ein und geben Sie nichts zwischendurch, damit dem Vogel Ruhephasen zum Verdauen bleiben. Foto rechts: frisch geschlüpfte Mönchsgrasmücke, © Anett Ebert

Junger Star bei der FütterungNoch nackte, blinde Nestlinge erhalten tagsüber viertel- bis halbstündlich Insektenbrei in winzigen Portionen. Bitte warten Sie stets, bis der Vogel die Portion abgeschluckt hat. Man sieht, wie der Brei im Hals nach unten rutscht. Die Menge wird täglich ein wenig erhöht. Etwa ab dem fünften Lebenstag können dann zusätzlich kleine ganze Heimchen oder andere Futtertiere verfüttert werden, deren Menge allmählich kontinuierlich gesteigert wird.

Im Alter von ca. einer Woche beginnen sich die Augen der Jungvögel zu öffnen. Von nun an kann der Fütterungsrhythmus auf einmal pro Stunde ausgedehnt werden und zu dem der jeweiligen Art entsprechenden Futter übergegangen werden. Bereits vollständig befiederte Jungvögel werden etwa jede 60 bis 90 bzw. 180 (beispielsweise Rabenvögel) Minuten gefüttert. Foto rechts: Junger Star bei der Fütterung, © Sylvia Urbaniak

Faustregel: Je größer die Vogelart, umso größer die Abstände zwischen den einzelnen Fütterungen.

Futtermenge:
Kleine Vogelarten:
Hiermit sind Vogelarten gemeint, die ausgewachsen etwa die Größe von Meisen oder Sperlingen besitzen.

Amselgroße Vogelarten:
Hiermit sind Amseln, Drosseln und Stare gemeint.

Größere Vogelarten:
Hiermit sind Vogelarten gemeint, die ausgewachsen größer als Drosselartige sind, bis etwa Rabenvogelgröße.

Futtermenge pro Mahlzeit:

  1. - 5. Lebenstag 5. - 10. Lebenstag ab 10. Lebenstag
Kleine Vogelarten 0,1 - 0,25 ml Brei 0,2 - 0,4 ml Brei plus 1 Futtertier 0,3 ml Brei plus mehrere Futtertiere
Amselgroße Vogelarten 0,2 - 0,5 ml Brei 0,5 - 0,8 ml Brei plus 1 - 2 Futtertiere 1,0 - 2,0 ml Brei plus mehrere Futtertiere
Größere Vogelarten 0,3 - 0,8 ml Brei 0,7 - 2,0 ml Brei plus 2 - 5 Futtertiere 2,0 - 7,0 ml Brei oder die entsprechende Menge an Futterkügelchen plus mehrere Futtertiere

So lange der Brei verfüttert wird, muss kein zusätzliches Wasser gegeben werden!

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