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Einführung zum Thema Wildvögel

Amsel Um es vorweg zu nehmen, im Grunde genommen ist in der Natur für alle geborenen Wildvögel nicht genügend Futter und Lebensraum vorhanden. Ein Vogelleben in Freiheit birgt Gefahren und Notsituationen, die letztendlich darüber entscheiden, welches Tier heranwächst und selbst Nachkommen haben wird. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Der Stärkste überlebt, so lautet das Gesetz der Natur. Aber auch die schwächeren unter den Vögeln sind ein wichtiger Bestandteil des natürlichen Kreislaufs. Sie dienen ihrerseits als Nahrung für andere Vögel, Säugetiere und Reptilien, die zum Überleben auf diesen "Ausschuss" der Natur angewiesen sind.

Höckerschwan im Porträt Solange unsere Natur sich selbst überlassen ist und sie nicht durch künstliche Einflüsse gestört wird, gibt es kein perfekteres System als dieses. Charles Darwin begründete auf der Basis dieser Zusammenhänge seine berühmte Evolutionstheorie. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Dass bei uns jedoch bereits viele Lebensräume durch Baumaßnahmen, Flurbereinigung und Luft- und Gewässerverschmutzung verkleinert, geschädigt oder gar gänzlich zerstört worden sind, dass unseren Wildvögeln Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten entzogen wurden, dass sie nicht auf etwas wie Straßenverkehr und Glaswände eingestellt sind, sind nur einige Gründe, weshalb dieses Gleichgewicht inzwischen gestört ist.

Schuld an diesen Veränderungen sind zum größten Teil wir Menschen. Deswegen sollte jeder, dem unsere Wildvögel am Herzen liegen, einen kleinen Beitrag dazu leisten, dieses Gleichgewicht durch individuelle Hilfsmaßnahmen wieder ein wenig gerade zu rücken.

Graureiher im Flug Wildvögel sind ein wichtiger Bestandteil des sogenannten "ökologischen Gleichgewichtes". Auch wenn sämtliche Arten zur Tierfamilie der Vögel gehören, so haben Wildvögel doch völlig andere Ansprüche und Lebensbedingungen als ein domestizierter Vogel. Sie sind Wildtiere, sie möchten und müssen als solche respektiert und behandelt werden. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Sie sind deshalb nicht gleichzusetzen mit in Not geratenen Haustieren, wie zum Beispiel einem Wellensittich. Wie diesen Tieren geholfen werden kann, erfahren Sie hier.

Junge Ringeltaube Laut dem Naturschutzgesetz stehen fast alle europäischen Vogelarten unter besonderem Schutz; Ausnahmen hiervon bildet das Jagdrecht. Das heißt unter anderem, dass man Vögel grundsätzlich nicht der Natur entnehmen und einfach mitnehmen darf. Nur in Ausnahmefällen, wenn sie ganz offensichtlich in Not geraten sind - zum Beispiel, wenn das Nest zerstört wurde, oder ein erwachsener Wildvogel verunglückt ist -, darf man Wildvögel für die Zeit der Aufzucht und Pflege in seine Obhut nehmen. Danach sind sie unbedingt wieder zurück in die Natur zu entlassen, wohin sie gehören. Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir Menschen Wildvögel, um die wir uns kümmern, nicht wie ein Haustier behandeln, sondern sie vielmehr auf ihr bevorstehendes Leben in Freiheit optimal vorbereiten. Foto in diesem Absatz © Anke Dornbach

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