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Hauskatzen im Garten

Katze spielt mit VogelFleißig schaffen die Altvögel Schnabel um Schnabel voll Futter heran und die vier kleinen Amseln recken bei jeder kleinsten Erschütterung des Nestes gierig bettelnd ihre Hälse. Sie sind auf das Fühlen als Zeichen für die soeben auf dem Nest gelandeten Eltern angewiesen, da ihre Augen noch geschlossen sind. Ihrem Schicksal ergeben, liegen sie aneinander gekuschelt in der trügerischen Sicherheit ihres Nestes und ahnen nichts von der nahenden Gefahr, die auf Samtpfoten durchs Unterholz streift. Foto © steelheadwill/Flickr

Einmal schnuppern, und schon hat die Katze die Kinderstube der Amseln ausgemacht. Selbst wenn die Jungvögel sie nun sehen könnten, eine Flucht wäre für die nicht befiederten Küken unmöglichund verteidigen könnten sie sich ebenfalls nicht. Innerhalb weniger Sekunden sind alle vier Amselküken nicht mehr am Leben, noch bevor sie mit eigenen Augen das Licht der Welt erblicken konnten. Die Katze hat zwei von ihnen nur tot gebissen, die anderen beiden hat sie gefressen. Wirklich hungrig war sie nicht, weil sie von ihrem Besitzer am Morgen bereits gefüttert worden war. Während die beiden Altvögel aufgeregt rufend um ihre toten Küken flattern, durchstreift die Katze längst schon den Nachbargarten - auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, mit der sie ihrem Jagdtrieb nachgeben kann.

So oder sehr ähnlich spielt es sich Jahr für Jahr in zahllosen deutschen Gärten oder anderenorts in der heimischen Natur ab. Die schleichenden Jäger sind natürlich nicht immer nur Katzen, denn auch andere Säugetiere machen Jagd auf Vögel. Aber die Katzen gehören ohne Zweifel zu den Tieren, die nicht nur Jungvögeln gefährlich werden. Vor allem die Jungtiere von Vögeln, die in Hecken oder auf dem Boden brüten, werden von Katzen und anderen Fressfeinden erbeutet. Aber auch viele Jungtiere in Bäumen brütender Vogelarten erreichen das Erwachsenenalter nicht, weil ihr Nest beispielsweise von einer Hauskatze kletternd erreicht werden konnte. Oder sie sitzen während der Ästlingszeit auf dem Boden, warten auf die nächste Fütterung durch ihre Eltern und geraten ins Visier einer Katze auf Freigang.

Katzenhalter und -freunde mögen nun genervt aufstöhnen und sagen, dass ein Großteil der Jung- und Altvögel von anderen Jägern erbeutet wird, was schließlich allgemein bekannt ist. Dem ist jedoch bedauerlicherweise nicht so. Ein großer Teil der Verluste in der heimischen Vogelwelt dürfte auf das Konto streunender, freilaufender sowie verwilderter Hauskatzen gehen, da sie zahlenmäßig die stärkste Gruppe innerhalb der Gemeinschaft der Jäger darstellen.

Warum ist das so? Und warum wollen die meisten Katzenhalter davon nichts wissen? Ganz einfach: Weil ein Großteil der Besitzer einer Hauskatze nicht einmal ahnt, was der vermeintlich sanfte Stubentiger draußen in freier Natur alles anstellt. Erst seit wenigen Jahren wird von der Wissenschaft erforscht, welche Verhaltensweisen Hauskatzen zum Beispiel nachts während eines Freigangs zeigen. Bedauerlicherweise haben sich die Ergebnisse dieser Studien noch nicht ausreichend unter Katzenhaltern herumgesprochen, um alarmierend zu wirken.

für die meisten Katzenhalter ist es vollkommen logisch, dass ihr Tier Auslauf in der Natur benötigt, schließlich gehört dies unbestritten zu einer optimalen und artgerechten Haltung. Trotzdem sollte sich jeder Katzenhalter stets darüber im Klaren sein, dass er für das Tun seiner Katze sogar dann die volle Verantwortung trägt, wenn diese auf Freigang ist. Katzen beeinflussen durch ihr Jagdverhalten das ökologische Gleichgewicht der heimischen Natur. Die Katzen dafür zur Verantwortung zu ziehen, wäre unsinnig, denn es sind die Halter, die hierfür verantwortlich sind, denn sie haben sich ihre Tiere ins Haus geholt und gewähren ihnen Freigang.

Während ihrer Streifzüge erfüllen Katzen die ihnen von der Evolution zugedachte Rolle der Jäger - allerdings in einem extrem ungesunden, aus dem Gleichgewicht geratenen Ökosystem, siehe weiter unten.

Echte Tierliebe seitens der Katzenhalter sollte sich im Idealfall nicht nur auf den eigenen Stubentiger beschränken, sondern darüber hinaus die heimische Vogelwelt mit einbeziehen. Zwar steht diese einem Tierhalter in aller Regel bei weitem nicht so nah wie die eigene Katze. Dennoch ist es durchaus egoistisch, die Bedürfnisse des geliebten Haustiers über das Leben von Wildvögeln zu stellen. Der Nutzen für eine einzelne Katze steht in keinem Verhältnis zum Schaden an der Vogelwelt, wenn man das Problem ganz nüchtern betrachtet und Leben gegen Leben aufwiegt.

Wie Wildkatzen zum Haustier wurden
Hauskatze, © Cats IndoorsSämtliche in Deutschland gehaltenen Hauskatzen stammen von der Spezies Felis silvestris ab, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet sich von Europa bis nach Afrika erstreckte. Inzwischen wird die Hauskatze als eigene Art mit dem Namen Felis catus bezeichnet. In ihrem äußeren Erscheinungsbild gleichen die Hauskatzen ihren wilden Vorfahren nach vielen Jahrhunderten der Domestikation noch immer. Außerdem umfasst ihr Verhalten dieselben Aktivitäten wie zum Beispiel die Pirschjagd. Diese ist nach wie vor eine Instinkthandlung, die man einem Haustier nicht abgewöhnen kann. Foto © Cats Indoors!

Erstmals wurden Katzen um 2.000 vor Christus in Ägypten domestiziert, sprich an die Haltung im Hause gewöhnt. Sehr wahrscheinlich verbreiteten sich die ersten an den Menschen gewöhnten Katzen schnell in anderen Teilen der Welt, weil die Ägypter deren wilde Verwandte als Götter verehrten und ihre Haustiere daher exportierten. Seit 500 vor Christus trugen ferner die Griechen dazu bei, die Popularität der Hauskatzen in ihrem politischen Einflussgebiet zu steigern. Gegen 300 nach Christus führten die Römer die ersten Hauskatzen auf den britischen Inseln ein. Später waren es unter anderem britische Kolonisten, die Hauskatzen in alle Welt brachten und dadurch zum Beispiel in Neuseeland ungewollt ein Massensterben in der einheimischen Vogelwelt auslösten.

Rechtlicher Status einer Hauskatze
Lauernde Katze In Deutschland sowie in zahlreichen weiteren Industrienationen genießen Haustiere einen rechtlichen Schutz. Hierzulande gelten sie als Besitz des Eigentümers, der sich einerseits gewissenhaft um sie zu kümmern hat. Andererseits ist er jedoch sogar dann für ihr Tun verantwortlich, wenn sie unbeaufsichtigt sind. Dies gilt im Falle der Hauskatzen demnach auch für einen Aufenthalt in der Wildnis. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Rechtlich betrachtet muss ein Katzenhalter stets gewährleisten, dass kein einziges Individuum einer geschützten Art durch sein "Eigentum" zu Schaden kommt beziehungsweise getötet wird -und sämtliche Wildvögel stehen bekanntermaßen unter Schutz (siehe Kapitel über die Gesetze rund um Wildvögel). Streng genommen macht sich ein Katzenbesitzer somit rein theoretisch strafbar, sobald sein Haustier in der Natur einen Wildvogel verletzt oder tötet. In der Praxis achtet allerdings niemand darauf, ob eine Katze einen Wildvogel tötet, sodass es zu keiner strafrechtlichen Verfolgung des Halters kommt. Der durch Hauskatzen verursachte Schaden an den heimischen Vogelbeständen wird vom Gesetzgeber ebenso geduldet wie von den Katzenhaltern selbst, die oft nicht einmal ahnen, dass ihre Katzen der Vogelwelt Schaden zufügen.

Der Einfluss der Katzen auf die Vogelwelt
Katze spielt mit totem VogelDass zahllose Vögel Opfer verwilderter und streunender Katzen werden, gilt als gesicherte Tatsache. Verwilderte und streunende Katzen müssen in freier Natur überleben, weil ihnen nur in den seltensten Fällen ein Mensch Katzenfutter anbietet. Neben Mäusen und anderen Tieren erbeuten sie deshalb viele Vögel. Es ist jedoch nicht so, dass Hauskatzen, die regelmäßig nach draußen gelangen, keine Vögel jagen würden. Auch sie jagen und töten Vögel, was in jüngster Zeit in unterschiedlichen Ländern von Wissenschaftlern erforscht worden ist, zum Beispiel auf einer Azoreninsel - mit erschreckendem Ergebnis (siehe Link). Foto © Brittany Randolph/Flickr

In den USA hingegen wurde über 50 Jahre lang das Jagdverhalten von Hauskatzen in freier Natur beobachtet. Es zeigte sich, dass sie zu etwa 70 Prozent kleine Säugetiere wie Mäuse töten. Singvögel machen einen Anteil von 20 Prozent am Beutespektrum aus; die restlichen zehn Prozent setzen sich aus weiteren Kleintierarten zusammen. Außerdem zeigte diese Studie, dass einige besonders geschickt jagende Hauskatzen über 1.000 Tiere pro Jahr in der Natur erbeuteten - eine schier unvorstellbar große Zahl. Katzen, die in Städten leben, bringen es immerhin auf durchschnittlich 14 getötete Wildtiere innerhalb eines Jahres; in ländlichen Gegenden kann sich die Zahl der Beutetiere leicht auf einige hundert belaufen. Gemäß iner Studie, die anfang 2013 in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht worden ist, erbeuten in den USA Katzen jährlich bis zu 3,7 Milliarden Vögel - eine unvorstellbar große Zahl. Hinzu kommen bis zu 20,7 kleine Säugetiere wie Mäuse (Quellen: The Impact of free-ranging domestic cats on wildlife of the United States und Welt.de).

Da sich das Verhalten deutscher Hauskatzen nicht von dem ihrer amerikanischen Artgenossen unterscheiden dürfte, lassen sich die Zahlen auf die hiesigen Begebenheiten übertragen, wie auch ein Bericht in der WELT nahelegt. Viele Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten, sodass in unserer Natur entsprechend viele Jäger unterwegs sind, die neben Mäusen und anderen Tieren folglich auch Vögel erbeuten. Wie die Wissenschaftler in Nature Communications berichten, erbeutet jede Katze in gemäßigten Klimazonen und somit in Europa 30 bis 47 Vögel pro Jahr. Überträgt man die Daten der amerikanischen Studie auf Deutschland, ergeben sich daraus jährlich somit auch in Deutschland erschreckende Zahlen, die umso alarmierender sind, wenn man die starken Bestandsrückgänge vieler Singvogelarten bedenkt. Die Forscher sind zu dem Schluss gekommen, dass Hauskatzen den Vogelbeständen stärker zusetzen als der Einsatz von Pestiziden oder die Zerstörung der natürlichen Lebensräume durch den Menschen.

In unseren Breiten hat es schon immer Katzen in der Natur gegeben, nämlich Wildkatzen. Sie haben seit jeher Vögel und andere Tiere erbeutet, sodass sich in dem gesunden Ökosystem ein natürliches Gleichgewicht eingestellt hat und die Vögel genügend Nachwuchs produziert haben, um die Verluste auszugleichen. Allerdings hat sich die Situation mit der steigenden Popularität der Katzenhaltung geändert. Problematisch ist heute insbesondere die Zahl der in freier Natur jagenden Katzen. Inzwischen gehen zu viele Katzen auf die Jagd, sodass das empfindliche Gleichgewicht gestört ist - zu Ungunsten der Beutetiere, die obendrein unter weiteren Problemen wie Habitatverlust durch Bebauung und Ähnliches leiden.

Hinzu kommt, dass Hauskatzen nicht von den in Europa heimischen Wildkatzen abstammen und somit streng genommen als von Menschen eingeführte neue Art anzusehen sind. Deshalb sollten sie auch nicht als Teil unserer heimischen Natur angesehen werden. Darauf weist auch Johann-Christoph von Bronsart in seinem Artikel "Hauskatzen - ein Problem für viele Vogelfreunde" in der Zeitschrift Gefiederte Welt (Ausgabe 1/2016, S. 20 ff) hin. Das Wildvogelhilfe-Team hält den Artikel für sehr lesenswert und wir freuen uns deshalb sehr darüber, dass uns sowohl der Autor als auch die Zeitschrift erlaubt haben, ihn an dieser Stelle als Download anzubieten: Artikel online lesen. Jedoch sieht das Wildvogelhilfe-Team einen Aspekt anders als der Autor. Katzen permanent im Haus zu halten, ist dauerhaft nicht ideal und artgerecht. Eine Katze sollte ein Recht darauf haben, ein Leben zu führen, wie es die Natur für sie vorgesehen hat. Da dies mit Freigang verbunden wäre, der wiederum problematisch für unsere heimische Natur ist, sollte stattdessen konsequenterweise der Sinn der massenhaften Katzenhaltung infrage gestellt werden.

Der Einfluss der Katzen auf die heimischen Beutegreifer
Katze mit totem VogelIn einem gesunden Ökosystem bringt die Natur wie bereits weiter oben erwähnt stets einen Überschuss hervor, der den Beutegreifern des entsprechenden Habitats zu Gute kommt. Zu ihnen zählen in der hiesigen Natur neben einigen Säugetieren (z. B. Füchsen) vor allem Greifvögel und Eulen sowie einige Rabenvögel. Wenn mehr Katzen in der Natur jagen, hat dies folglich unweigerlich Auswirkungen auf die gefiederten Jäger, die weniger Beute vorfinden. Bedauerlicherweise liegen auch hierzu keinerlei Studien vor, sodass nicht in Zahlen belegt ist, ob Hauskatzen womöglich einer der entscheidenden Faktoren für den Rückgang in den Populationen mancher jagender Vogelarten sind. Von der Hand zu weisen ist der Verdacht nicht, Katzen spielen sehr wahrscheinlich durchaus eine Rolle, nur lässt sie sich mangels Studien leider nicht beziffern. Foto © Brian Walsh/Flickr

Ein ebenso entscheidender Aspekt ist die Reviergröße der heimischen Beutegreifer. Zahlreiche Greifvogelarten sind pro Kopf auf ein großes Jagdgebiet angewiesen. Sie sind auf bestimmte Beutetiere spezialisiert, die vom Ökosystem nur in begrenzter Menge hervorgebracht werden. Katzen hingegen verfügen nicht über eigene Reviere, weshalb je nach Region eine unterschiedlich große Anzahl von Katzen die Reviere der Greifvögel durchstreifen. Folglich müssten rein logisch betrachtet die Greifvögel in Ballungsräumen, in denen mehr Katzen als in ländlichen Regionen vorkommen, eine schlechtere Beutesituation vorfinden. Allerdings lässt sich auch dies in Ermangelung von Studienergebnissen derzeit nur vermuten und nicht belegen.

Schutzmaßnahmen für Vögel
Glöckchen helfen nicht immerUm die heimische Vogelwelt vor streunenden oder frei laufenden Katzen zu schützen, existieren mehrere Ansätze. Diejenigen Katzenhalter, die ihrem Haustier ein Glöckchen umhängen, glauben zwar, sie gäben den Vögeln damit eine faire Chance auf eine rechtzeitige Flucht. für gesunde Altvögel mag dies sicherlich gelten. Aber es gibt immer Situationen, in denen die Glöckchen nicht helfen, wie auch das nebenstehende Foto zeigt. Foto © Uli Herrmann/Flickr

Kranke oder junge, noch nicht flügge Vögel hingegen können meist nicht schnell genug oder gar nicht fliehen - sie sind extrem leichte Beute für Katzen, egal ob mit oder ohne Glöckchen. So geschieht es regelmäßig, dass Hauskatzen mit Glöckchen Vogelnester in der näheren Umgebung der Wohnung ihres Besitzers plündern. Übrigens sind diese Glöckchen für die Katzen eine Tortur, da ihr Gehör extrem gut ausgebildet ist. Die ständige Geräuschkulisse treibt Katzen schier in den Wahnsinn, weshalb sie von vielen Tierschützern vollkommen zu Recht als tierschutzwidriges Zubehör bezeichnet werden.

Wer brütende Vögel in seinem Garten beherbergt, kann wildernde Katzen selbst verjagen - aber bitte möglichst sanft, ohne den Katzen zu schaden. Das Verjagen ist aber nur dann erfolgreich, wenn man ständig anwesend sein kann. Oft erwischen Katzen die arglosen Jungvögel in den Nestern nachts, wenn der menschliche Beschützer schläft.

Als sehr effizient zum Schutz für die Vögel würde es sich erweisen, wenn Hauskatzen nicht mehr im bislang üblichen Maße in die freie Natur gelassen würden. Für den Großteil der Katzenhalter ist dies jedoch undenkbar, da es nicht dem Wesen einer Katze entspricht, sich ständig in einer Wohnung aufzuhalten - so die weit verbreitete Meinung. Allerdings scheiden sich sogar unter Katzenhaltern die Geister. Einige von ihnen sind der Ansicht, dass man Katzen sehr wohl artgerecht ausschließlich in der Wohnung halten kann. Jene Freigangsgegner sind davon überzeugt, dass es sinnvoll wäre, junge Katzen gar nicht erst zu Ausflügen in die Natur zu erziehen, weil dadurch keine Bedürfnisse nach großen Aktionsradien geweckt würden.

Wie man aus einer Katze eine Hauskatze machen kann
Eine Gruppe US-amerikanischer Vogelschützer, die American Bird Conservancy, startete vor einigen Jahren eine Aufklärungskampagne für Katzenhalter, mit der sie auf die Missstände im Bereich des Vogelschutzes hinweist. Ihre Kampagne "Cats Indoors!" hat in den Vereinigten Staaten seitdem zahlreiche Anhänger gefunden, und das sogar unter den Katzenbesitzern. Zentraler Bestandteil dieser Kampagne ist ein Leitfaden, der detailliert vorgibt, wie man eine Katze sehr behutsam Schritt für Schritt an das Leben in geschlossenen Räumen gewöhnt.

In Deutschland haben die Singvögel bislang keine ähnlich starke Lobby, die sich ausschließlich für den Schutz der Tiere vor Katzen einsetzt. Es liegt daher in der Verantwortung eines jeden Katzenhalters, von sich aus etwas gegen die fortschreitende Dezimierung unserer Singvögel zu tun, indem er seine Katze nicht mehr nach draußen lässt oder in der Natur ständig gewissenhaft beaufsichtigtund das insbesondere während der Brutsaison der Vögel.

Weitere Informationen zum Thema: Eine deutsche Website berichtet über die Einflüsse von Katzen auf die Vogelwelt, der Text ist unter Hauskatzen und Artenschutz zu finden.

Hauskatzen erziehen
Katze mit totem VogelManche Hauskatzen sind überdurchschnittlich intelligent und gelehrig. Sie lassen sich von ihrem Besitzer mit ein wenig Einfühlungsvermögen und Geduld dazu bringen, gewisse Verhaltensweisen zu unterlassen. Diese Erziehung von Hauskatzen ist laut Aussage einiger Katzenhalter durchaus möglich und einen Versuch wert. Es wäre zum Beispiel denkbar, einer Hauskatze beizubringen, dass Vögel für sie tabu sind. Ebenso wäre es sinnvoll, sie davon abzubringen, Vogelnester zu plündern. Foto © Joe Goldberg/Flickr

Als Katzenhalter kennt man sein Tier und müsste einschätzen können, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein entsprechendes Erziehungstraining erfolgreich sein könnte. für die Vogelwelt wäre eine solche Erziehung besonders lernfähiger Katzen von großem Nutzen. Ein wenig Mühe in den Schutz einheimischer Vögel zu investieren, sollte für einen Tierfreund an sich kein allzu großes Opfer sein. Allerdings wird sich ein Restrisiko, dass die Instinkte der Katze letztlich doch irgendwann Überhand nehmen, nicht gänzlich ausschließen lassen und damit wird man wohl leben müssen.

Schutzmaßnahmen gegen Katzen
Vogelfreunde, in deren Garten keine Katzen aus der Nachbarschaft umher laufen sollen, können einige Schutzmaßnahmen ergreifen, um die Jäger zu vertreiben. Einige dieser Maßnahmen muten für Katzenfreunde sicher schockierend an, sie verletzen jedoch keine Katze, sodass sie im Einzelfall durchaus als ein probates Mittel gegen potentielle Nesträuber angesehen werden können. Trotzdem: Bitte lassen Sie stets Vorsicht walten, denn Katzen zu verletzen oder gar zu töten, ist nicht im Sinne des Tierschutzes!

  • Wasserspritzen: Mit Hilfe einer Wasserpistole oder eines Wasserzerstäubers (in vielen Blumenläden erhältlich) lassen sich Katzen gezielt befeuchten, was sie in nahezu allen Fällen zur augenblicklichen Flucht veranlasst. Auch ein Wasserschlauch leistet hier gute Dienste, wobei der Wasserstrahl jedoch nicht zu hart sein sollte, damit die Katze nicht verletzt wird. In aller Regel reicht es aus, dicht neben die Katze zu zielen. Das aufspritzende Wasser veranlasst die Katze dazu, das Weite zu suchen.

  • Katzenabwehrgürtel an Bäumen: Um Nester in Bäumen vor Katzen und anderen vierbeinigen Räubern zu schützen, kann man sogenannte Katzengürtel anbringen. Diese Stahlgestelle sind im Fachhandel, also beispielsweise bei Schwegler, erhältlich. Sie verletzen Katzen nicht, sondern versperren den kletternden Räubern den Weg, sodass es ihnen unmöglich ist, einen Baumstamm zu erklettern.

  • Dornengestrüpp als Schutzwall: Wer in seinem Garten ein exponiert liegendes Vogelnest ausmacht und zudem öfter streunende Katzen sieht, kann die Kinderstube der Vögel durch einen Schutzwall vor Übergriffen durch Räuber schützen. Drapiert man ein Dornengestrüpp in einigem Abstand rund um das Nest, wird es Katzen und anderen vierbeinigen Beutegreifern nahezu unmöglich, diese Barriere zu überwinden. In aller Regel verletzen sich Katzen an derlei Barrieren nicht, es sei denn, ein Individuum ist nicht dazu in der Lage, um die Gefahr zu erkennen. Verwenden Sie bitte keinen Stacheldraht, weil dieser für Vögel und auch andere Tiere ein enormes Verletzungsrisiko birgt und deshalb in einem vogelfreundlichen Garten nichts verloren hat.

  • Abschreckung mit Hilfe von Düften: Katzen verfügen über einen ausgesprochen empfindlichen Geruchssinn. Manche Düfte missfallen ihnen so sehr, dass sie deren Quelle großräumig meiden. Diesen Umstand kann man sich zu Nutze machen, indem man die sogenannte "Verpiss-dich-Pflanze" in seinem Garten anpflanzt. Insbesondere in der Nähe von Vogelnestern ist dieses Gewächs ein effektives Mittel, um Katzen fernzuhalten. Erhältlich ist das Gewächs mit dem ordinären Namen zum Beispiel hier. Weitere Informationen über die Pflanze finden Sie bei Wikipedia.

Weitere Informationen zu Katzenabwehrmaßnahmen in Gärten finden Sie auch in unserer Rubrik über Nistgelegenheiten für Vögel.

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