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Was Sie vermeiden sollten

GlockenblumeBeim Anlegen eines naturnahen Gartens sollten Sie einige Dinge vermeiden, die den Vögeln, denen Sie ein Zuhause bieten möchten, schaden würden. Zunächst einmal sollten Sie sich vom gängigen Schönheitsideal lösen, das in Deutschland in Bezug auf Gärten gilt. Akkurat gestutzte Hecken, perfekt gepflegte Blumenbeete und makelloser Golfplatzrasen mögen vielleicht dem Auge der meisten Menschen schmeicheln. Eine große Artenvielfalt kann ein dermaßen steriler Garten allerdings nicht beherbergen, da den meisten Tieren darin schlicht und ergreifend die Wohnungs- und Nahrungsgrundlage fehlt. Foto in diesem Absatz: Glockenblume, © Gaby Schulemann-Maier

Wiesenpieper mit einer RaupeDamit sich in Ihrem naturbelassenen Garten Vögel ansiedeln können, sollte deshalb idealerweise genügend natürliche Nahrung für sie vorhanden sein. Viele Vogelarten ernähren sich von Insekten, die vorzugsweise auf oder von einheimischen Wildpflanzen leben. Es wäre demnach gänzlich falsch, gegen Insekten in Ihrem Garten vorzugehen. Der Einsatz von Insektiziden widerspricht dem Konzept des naturbelassenen Gartens auf ganzer Linie! Lesen Sie hierzu bitte auch das Kapitel über biologischen Pflanzenschutz. Foto in diesem Absatz: Wiesenpieper mit einer Raupe, © Gaby Schulemann-Maier

Üppige BlumenprachtBesonders viele Insekten können nur dann dauerhaft in einem Garten überleben, wenn sie diejenigen Pflanzen vorfinden, die ihnen als Nahrung und Lebensraum dienen. Exotische Gewächse sollten Sie daher nach Möglichkeit nicht in ihrem vogelfreundlichen Garten anpflanzen, weil diese den Bedürfnissen vieler einheimischer Insektenarten nicht gerecht werden. Besser ist es, gezielt einheimische Pflanzen und Wildblumen einzubürgern. Davon profitieren unter den Vögeln nicht nur die Insektenfresser. In einem naturnahen Garten sollten sich nach Möglichkeit neben den Schadinsekten, die von den Vögeln gern gefressen werden, auch Nutzinsekten ansiedeln. Ihre Anwesenheit fördert die Fruchtbildung vieler Pflanzenarten ungemein, weshalb es sinnvoll ist, ihnen artgerechten Wohnraum anzubieten. Das Sortiment der Firma Schwegler umfasst eine Reihe von Insektenhilfen, die Nützlingen wie beispielsweise der Florfliege und damit dem Gärtner selbst dienen. Foto © Dagmar Offermann

AckerkratzdistelDie Vegetarier unter den Singvögeln finden vor allem in solchen Gärten viel Nahrung, in denen es zahlreiche einheimische Gewächse gibt. Oft sind sogar einige derjenigen Pflanzen, die als Unkräuter gelten, besonders gute Futterlieferanten für Wildvögel. Stieglitze zum Beispiel tragen im Volksmund nicht ohne Grund den Namen "Distelfinken". Wer in seinem Garten Disteln wachsen lässt, wird mit ein wenig Glück im Herbst diese bunten Vögel bei der Nahrungsaufnahme beobachten können. Foto: Ackerkratzdistel, © Gaby Schulemann-Maier

RapsweißlingWildblumenwiesen können nur dann gedeihen, wenn man dauerhaft auf eine Düngung und häufiges Mähen der Rasenfläche verzichtet. Dünger sollte im Idealfall an keiner Stelle eines naturnahen Gartens zum Einsatz kommen. Außerdem sollten Sie sich an den Anblick von Wildkräutern gewöhnen, da diese ein zentraler Bestandteil eines vogelfreundlichen Gartens sind. Wer Wildblumen in seinem Garten hat, der wird auch zahlreiche Schmetterlinge antreffen - und deren Raupen, die wiederum Nahrung für Vögel darstellen. Foto: Rapsweißling, © Gaby Schulemann-Maier

Junger IgelReisig, abgeschnittene Äste und entfernte Teile von Sträuchern und Hecken sollten Sie zukünftig nicht mehr verbrennen oder häckseln. Erheblich sinnvoller ist es, totes Holz aufzuschichten und aufzubewahren, um am Boden brütenden Vogelarten und beispielsweise Igeln eine Heimstatt zu bieten. Was Sie sonst noch für Igel tun können, erfahren Sie auf der Website von Pro Igel. Übrigens dürfen Igel keine Milch trinken, sie ist schädlich für diese Tiere. Das nebenstehende Foto zeigt einen Igel, der eine speziell auf das Verdauungssystem der kleinen Säuger abgestimmte Nährflüssigkeit zu sich nimmt, die nur wie Milch aussieht. für den Menschen sind Igel sehr nützlich, denn in einem Garten, in dem Igel wohnen, können sich Schnecken normalerweise kaum vermehren. Schneckenkorn, das entgegen plakativer Äußerungen des Herstellers für Vögel übrigens schädlich ist, wird dadurch überflüssig. Foto © Dagmar Offermann

Unter altem Laub verstecken sich im Winter TiereVerwenden Sie in Ihrem naturnahen Garten niemals Laubsauger! Wer altes Laub mit solchen Geräten entfernt, saugt damit auch zahllose Tiere auf, die sich unter Laubschichten für die Winterruhe zurückgezogen haben. Die Folge wäre, dass im nächsten Frühling erheblich weniger Insekten und Spinnentiere im Garten leben würden, was eine massive Verschlechterung des Nahrungsangebots für Vögel darstellen würde. Außerdem verschwinden in Laubsaugern nicht nur abgestorbene Pflanzenteile, sondern auch Samen, was zu einer Verarmung der Flora des naturnahen Gartens beitragen würde. Die Laubschicht sollte in einem naturnah gestalteten Garten besser liegen bleiben. Zum Thema Laubsauger hat der NABU Hamburg ein informatives Merkblatt ins Netz gestellt. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Ertrunkene TaubeLassen Sie niemals einen Schornstein, eine Regenrinne oder Ähnliches ungeschützt offen stehen. Es ist ratsam, diese Öffnungen mit einem dünnen Gitter zu bedecken, damit keine Vögel und andere Tiere hinein stürzen können. Im Fall der Regenrinne erleichtert dieses Gitter Ihnen darüber hinaus die Reinigung erheblich. Auch Zierbrunnen, Regentonnen und andere Gegenstände, in denen sich Wasser befindet beziehungsweise sammeln kann, sollten Sie stets abdecken, damit keine Tiere darin ertrinken können. Oder aber Sie bringen kleine Rampen darin an, über die sich Vögel nach draußen retten können, damit sie nicht ein ähnlich grausames Schicksal ereilt wie die hier gezeigte junge Taube, die in einem Zierbrunnen qualvoll ertrunken ist. Foto © Gaby Schulemann-Maier

Vergitterte RegentonneGefährlich sind ferner handelübliche großmaschige Gitter, wie sie häufig über Lichtschächten befestigt werden. Viele kleine Lebewesen wie Reptilien und Jungvögel können durch die großen Öffnungen hindurch fallen. Werden sie nicht geretteet, erleiden sie einen qualvollen Tod durch Verhungern und Verdursten. Sichern Sie solche Gefahrenquellen deshalb am besten durch zusätzliche, engmaschige Gitter (siehe weitere Fotos). Foto © Björn Lichtmaneker

 

 

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