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Nistmöglichkeiten für Wildvögel - Einleitung

Vogelnest mit GelegeFehlende Nist- und Brutmöglichkeiten werden für die heimischen Vogelarten zunehmend zum Problem. Denn keineswegs alle Vogelarten bauen offene, napfförmige Nester wie das in der Abbildung rechts gezeigte (© Anke Dornbach). Unter den heimischen Singvögeln gibt es etliche Höhlen- und Halbhöhlenbrüter, die unterschiedlich große Hohlräume zum Aufziehen ihres Nachwuchses benötigen oder diese selbst aus Lehm bauen. Weil immer mehr alte Bäume mit natürlichen Höhlen gefällt werden oder kaum mehr offene Lehmflächen als "Rohstofflager" vorhanden sind, herrscht für diese Tiere Wohnungsnot.

Das Sanieren von Dächern und Häusern ist ein weiteres Problem für die Vogelwelt, denn Hohlräume, die beispielsweise von Mauerseglern zum Brüten genutzt werden, verschwinden dadurch. Hinzu kommt der Mangel an Hecken und berankten Wänden, wodurch weitere Arten wie beispielsweise der Haussperling immer weniger Platz für ihre Kinderstuben finden. Doch auch größere Tiere wie Greifvögel oder Weißstörche finden in der Natur zusehends weniger Nistplätze.

Junge Haussperlinge im NistkastenDiese kurze Aufzählung verdeutlicht, dass eine große Zahl von Vogelarten die Hilfe der Menschen benötigt. Ein Ausweg aus der schwierigen Lage für die Tiere ist es, wenn ihnen auf ihre jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte Nisthilfen zur Verfügung gestellt werden. Mitunter nehmen dann sogar Heckenbrüter wie Haussperlinge Nistkästen an, wie das Foto rechts zeigt (Foto © Dagmar Offermann). Unter diesen Zeilen sind etliche verschiedene Modelle von Nistkästen und -hilfen zu sehen, die von der Firma Schwegler angeboten werden. Auf dem Foto finden sich neben Vogelnistkästen auch Nisthilfen für Insekten.

Verschiedene Nisthilfen der Firma Schwegler
Foto © Sylvia Urbaniak

Unter der Konkurrenz um Brutmöglichkeiten leiden in besonderem Maße Zugvögel. Kommen sie im Frühjahr nach ihrem langen, anstrengenden Zug in ihren hiesigen Brutrevieren an, sind viele ökologische Nischen bereits anderweitig besetzt, häufig von den ausgesprochen anpassungsfähigen Meisen - vor allem den Kohlmeisen. Weil Meisen bereits durch die Fütterung im Winter durch den Menschen stark unterstützt werden, ist es aus Sicht des Naturschutzes sinnvoll, nicht nur die gängigen Meisenkästen in Garten aufzuhängen, sondern stattdessen den Brutvorlieben anderer, benachteiligter Vogelarten verstärkt entgegen zu kommen.

Schwanzmeisennest Die oben beschriebenen Zusammenhänge stellen jedoch nicht die einzigen Probleme der hiesigen Vogelarten dar. Hinzu kommt eine fortschreitende gesellschaftliche Entfremdung von der Natur, gepaart mit übertriebener Sauberkeits- und Ordnungsliebe. In einem "aufgeräumten" Garten werden sich nur noch wenige Vogelarten wohl genug fühlen, um dort zu brüten. Wer etwas tun möchte, um einer möglichst breit gefächerten Artenvielfalt deren bevorzugte Nistplätze und Lebensräume zu bieten, dem stehen zahlreiche Möglichkeiten für aktiven Naturschutz offen. Foto rechts: Perfekt getarntes Schwanzmeisen-Nest in einer dicken Astgabel, © Gaby Schulemann-Maier

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