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Diese Geschichte ist keine Anleitung zur Aufzucht, Ernährung und Haltung von Wildvögeln! Lesen Sie zu diesen Themen bitte unsere entsprechenden Kapitel! Es handelt sich bei diesem Text um subjektive Erfahrungsberichte, die durchaus Fehler enthalten können.

Die freie Aufzucht einer Amsel im Garten - Vorwort

Hüpfende Amsel

Hier folgt nun die Geschichte von der kleinen Amsel Matjes, die ganz alleine in unserem Garten aufgewachsen ist, ohne Käfig und immer frei. Als ich sie fand, war sie ein ungefähr 14 Tage alter Vogel, der gerade auf einem Ast sitzen konnte. Nach langer Überlegung entschloss ich mich, das Tier nicht in einen Käfig zu sperren, sondern während der gesamten Aufzucht freifliegend draußen zu lassen. Es war ein riskantes Experiment mit vielen Vor- und Nachteilen, das jedoch glücklich endete.

Alle Erfahrungen und Tipps, die ich in diesem Sonderbeitrag beschreibe, gelten für diesen einen speziellen Vogel und diese spezielle Situation und erheben nicht den Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Sie sollen auch nicht unbedingt zur Nachahmung aufrufen. Jedes Tier ist anders und braucht eine individuelle Pflege. Eine Aufzucht im Freien ist äußerst problematisch und erfordert einen enorm hohen Zeitaufwand. Matjes war vier Wochen lang unser Adoptivkindund im Sommer beginnt ein Vogeltag morgens um 5:30 Uhr und endet abends gegen 20:00 Uhr!

Während der Aufzucht kann es zu "Beziehungsstörungen" zwischen Ihnen und dem Tier kommen, die verschiedene Ursachen haben können. Situationen wie lauter Besuch oder Kinder, die mit dem kleinen Kerl spielen wollen, oder unbedachtes Verhalten ihrerseits können die Amsel frühzeitig scheu machen. Nicht zuletzt kann der Vogel krank werden oder sich verletzen und sich - für Sie unerreichbar - zurückziehen.

Sollten Sie es dennoch wagen, dann lesen Sie bitte vorher sämtliche Kapitel dieses Berichtes sorgfältig. Ein gesundes Tier, das bereits einige Tage frei aufgezogen und gefüttert wurde, kann man nicht mehr einfach in einen Käfig stecken, nur weil es vielleicht doch bequemer ist. Das wäre Tierquälerei!

Ein Fazit möchte ich schon vorweg nehmen: Wer die Tiere beobachtet, der lernt sie zu verstehen, und wer sie versteht, kann ihnen manchmal helfen. Und wer Tieren hilft, tut sich selbst Gutes.

Autorin des Sonderbeitrags: Hilu Lalic

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