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Rekorde aus der Vogelwelt

Mehrfacher Rekordhalter: der StraußUnter den fast 10.000 verschiedenen Vogelarten, die es auf der Erde gibt, finden sich viele bemerkenswerte Rekordhalter. Sie werden in diesem Kapitel vorgestellt.

Schwerster und größter flugunfähiger Vogel:
Dies ist der Afrikanische Strauß (Struthio camelus), der wie es sein Name vermuten lässt vom afrikanischen Kontinent stammt. Mit seiner Körpergröße von bis zu 2,75 Metern und einem maximalen Gewicht von 156 Kilogramm ist der Laufvogel ein ausgesprochen imposanter Vertreter der Vögel. Der Strauß hält eine Reihe weiterer Rekorde, siehe weiter unten.

RiesentrappeSchwerster flugfähiger Vogel:
Der schwerste flugfähige Vogel ist die in Afrika lebende  Riesentrappe (Ardeotis kori, siehe Foto rechts). Männchen können bis zu 19 Kilogramm schwer werden. Die in Europa und auch in Deutschland lebende Großtrappe (Otis tarda) ist nur geringfügig leichter. Männchen dieser Vogelart erreichen ein Maximalgewicht von bis zu 18 Kilogramm

Schwerster und größter flugunfähiger Seevogel:
Mit ihrer Körpergröße von bis zu 1,2 Metern und einem Gewicht von maximal 40 Kilogramm sind die männlichen Kaiserpinguine (Aptenodytes forsteri) alles andere als zierlich. Die flugunfähigen Bewohner der Antarktis sind so schwer, weil sie enorme Fettpolster unter der Haut tragen, um dem rauen Klima in ihrer Heimat trotzen zu können.

Andenkondor-WeibchenSchwerster Greifvogel:
Unter den Greifvögeln sind die Männchen des Andenkondors (Vultur gryphus), eine zu den Neuweltgeiern gehörende Vogelart, schwergewichtige Rekordhalter. Sie bringen es auf bis zu 16 Kilogramm Lebendgewicht. Foto des Andenkondor-Weibchens © Sylvia Urbaniak

Größte Flügelspannweite eines Seevogels:
Auf bis zu 3,6 Meter Flügelspannweite bringt es der Wanderalbatros (Diomedea exulans). Über den südlichen Ozeanen liegt das Hauptverbreitungsgebiet dieser majestätisch dahin schwebenden Vogelart.

Größte Flughöhe:
In Höhen von bis zu 11,2 Kilometern schraubt sich der Sperbergeier (Gyps rueppelli) über seiner afrikanischen Heimat empor.

MarabusGrößte Flügelspannweite eines Landvogels:
Der Marabu (Leptoptilos crumeniferus), ein afrikanischer Storchenvogel, teilt sich diesen Rekord mit dem schwergewichtigen Andenkondor (Vultur gryphus), sie können beide eine Flügelspannweite von bis zu 3,2 Metern erreichen.

Schnellster Sturzflug:
Der Wanderfalke (Falco peregrinus) erreicht im Sturzflug vorübergehend Geschwindigkeiten von bis zu 389 km/h (Quelle: Youtube-Video bei Filmminute 2:39). Damit ist er nicht nur der Vogel, der den schnellsten Sturzflug beherrscht, sondern gleichzeitig insgesamt der schnellste Vogel der Welt.

Längste Zugstrecke:
Der Weltenbummler unter den Gefiederten schlechthin ist die Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea). Auf ihren Wegen zwischen dem Sommer- und Winterquartier legen diese Vögel 36.000 Kilometer zurück, sie pendeln zwischen der Arktis und der Antarktis hin und her.

EiderentenSchnellster Streckenflieger:
Auf mehr als 76 Stundenkilometern bringen es die Eiderenten (Somateria mollissima) beim Streckenflug, den sie im sogenannten Ruderflug bewältigt.

Schnellster flugunfähiger Läufer:
Dies ist ein weiterer Rekord, den der Afrikanische Strauß (Struthio camelus) hält. Die Vögel erreichen mit Hilfe ihrer extrem muskulösen Beine Geschwindigkeiten von bis zu 72 Stundenkilometern. Man geht davon aus, dass sie auf Kurzstrecken bis zu 95 Stundenkilometer schnell laufen können.

Schnellster flugfähiger Läufer:
Dieser Rekord wird vom Wegekuckuck (Geococcyx californianus) gehalten, dessen Heimat in Nordamerika liegt. Die bis zu 42 Kilometer pro Stunde schnellen Flitzer sind in den USA unter dem Namen "Roadrunner" bekannt.

Schnellster Schwimmer:
Auf Kurzstrecken erreicht der Eselspinguin (Pygoscelis papua) vorübergehend und kurzzeitig Geschwindigkeiten von bis zu 27,4 Kilometern pro Stunde - eine rasante Leistung für den rund 80 Zentimeter großen Bewohner der Antarktis und Subantarktis.

Schnellster Flügelschlag:
Ein Kolibri namens Sonnenstrahlelfe (Heliactin cornuta) ist in diesem Bereich der Rekordhalter. Die zierlichen Vögel bringen es auf bis zu 90 Flügelschläge pro Sekunde.

RußseeschwalbeLängster Aufenthalt in der Luft bei Seevögeln:
Von den in den Tropen beheimateten Rußseeschwalben (Sterna fuscata) weiß man, dass sie bis zu drei Jahre ununterbrochen in der Luft bleiben können. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass diese ausdauernden Flieger sogar bis zu zehn Jahre pausenlos fliegen können. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wird seit einiger Zeit von Wissenschaftlern untersucht.

Längster Aufenthalt in der Luft bei Landvögeln:
Dieser Rekordhalter kreist jeden Sommer über den Köpfen der Mitteleuropäer, es ist der Mauersegler (Apus apus). Vom Zeitpunkt, an dem die Jungvögel ihr Nest verlassen, fliegen sie ununterbrochen bis zu dem Tag, an dem sie selbst zum ersten Mal brüten. So verbringen sie etwa drei Jahre pausenlos in der Luft. Mauersegler schlafen sogar in im Flug.

Maximale Tauchtiefe und -dauer flugunfähiger Vögel:
In Tiefen von bis zu 265 Metern sucht der Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) nach Nahrung. Bis zu 18 Minuten können die Vögel dabei unter Wasser bleiben.

Maximale Tauchtiefe flugfähiger Vögel:
Bis in Tiefen von 81 Meter dringt der Eistaucher (Gavia immer) auf seiner Nahrungssuche vor.

StraußGrößte Augen:
Die größten Augen aller Landwirbeltiere, also nicht nur der Vögel, hat der Afrikanische Strauß (Struthio camelus). Seine Augen haben einen Durchmesser von fünf Zentimetern. Foto des Strauß © Sylvia Urbaniak

Größte Federanzahl:
Bei den Vögeln hängt die Anzahl der Federn von der Größe der Tiere, von ihrem Lebensraum und von der Jahreszeit ab. Vögel, die in kühlen Regionen leben, haben in aller Regel mehr Federn als gefiederet Bewohner tropischer Zonen. Außerdem ist bei einigen Vogelarten die Anzahl der Federn im Winter größer als im Sommer. Der Zwergschwan (Cygnus columbianus) hat im Winter bis zu 25.216 Federn und hält damit den Rekord im Vogelreich für die größte Federanzahl. Die meisten Federn dieser Vogelart befinden sich an Hals und Nacken.

Längster und breitester Schwanz:
Dieser Rekord geht an den Perlenpfau (Rheinardia ocellata). Ihre Schwanzfedern erreichen eine Länge von bis zu 1,73 Metern und eine Breite von rund 13 Zentimetern.

Längster Schnabel absolut:
Ganze 47 Zentimeter kann der Schnabel des Brillenpelikans (Pelecanus conspicillatus) lang werden. Damit können die in Australien und Tasmanien beheimateten Vögel eine ganze Menge Fisch auf einmal fangen.

Längster Schnabel relativ:
Der Schwertschnabelkolibri (Ensifera ensifera), ein in Venezuela und Nordbolivien beheimateter Kolibri, trägt einen 10,5 Zentimeter langen Schnabel bei einer Körpergröße von 25 Zentimetern. Demnach macht der Schnabel 42 Prozent seiner gesamten Körperlänge aus.

Kleinster und leichtester flugfähiger Vogel:
Die auf Kuba und der Isla de Pinos beheimatete Bienenelfe (Calypte helenae) ist der kleinste Vogel der Welt. Diese filigrane Kolibriart bringt es auf ein Gewicht von nur 1,6 Gramm und eine Körperlänge von 5,7 Zentimeter.

Kleinster flugunfähiger Vogel:
Diesen Rekord hält die Atlantisralle (Atlantisia rogersi). Auf den Inaccessible Islands im Südatlantik ist diese nur 12,5 Zentimeter lange Rallenart heimisch. Das Gewicht der Vögel beträgt maximal 34,7 Gramm.

Kleinster Seevogel:
Winzige 14 Zentimeter ist der Körper der Zwergsturmschwalbe (Halocyptena microsoma) lang. Diese nur 28 Gramm schweren Vögel leben an den Küsten von Baja California, Mexiko.

Kleinster Greifvogel:
Das Weißscheitelfälkchen (Microhierax latifrons) mit seiner Körpergröße von 15 Zentimeter und seinem Gewicht von 35 Gramm hält diesen Rekord. Leider ist dieser kleine Falke sehr selten geworden. Sein Lebensraum liegt in Südostasien (Kalimantan, Borneo). Da die Tiere jedoch nur noch äußerst selten beobachtet werden können, sind genaue Angaben über Status und Lebensraum derzeit nicht möglich.

Langsamster Streckenflieger:
Geschwindigkeiten von maximal 8 km/h sind ein Charakteristikum der Kanadaschnepfe (Scolopax minor). Diese Vögel sind vom südlichen Manitoba (Kanada) über Prince Edward Island und Nova Scotia bis in den Süden nach Florida und den zentralen östlichen Bereich der USA heimisch.

Kürzeste Beine:
Die Familie der Segler (Apodidae), zu denen unter anderem die in Mitteleuropa zur Sommerzeit heimischen Mauersegler (Apus apus) gehören, haben die kürzesten Beine im gesamten Vogelreich. Nur zehn bis zwölf Millimeter sind die Beinchen dieser Vogelfamilie - inklusive der Zehen! - lang. Mauersegler sind äußerst bemerkenswerte Tiere. Sie können sogar in der Luft schlafen.

Kürzeste Schnäbel:
Diesen Rekord teilen sich die kurzbeinigen Segler (Apodidae) mit der Familie der zum Teil in Europa beheimateten Nachtschwalben (Caprimulgidae). Seglerschnäbel messen maximal 10-11,5 Millimeter, die der Nachtschwalben sogar nur 8-10 Millimeter.

Kleinste Federzahl:
Auch dieser Rekord wird von einem Kolibri gehalten. Der Rubinkehlkolibri (Archilochus colubris) trägt nur 940 Federn an seinem neun Zentimeter langen Körper. Rubinkehlkolibris leben im Sommer im östlichen Nordamerika bis hin zum südlichen Kanada. Den Winter verbringen die Tiere in Mexiko oder im Nordwesten Costa Ricas.

Größtes Ei absolut:
Der in Afrika lebende Afrikanische Strauß (Struthio camelus) legt die größten Eier der Vogelwelt. Sie können bis zu 17,8 Zentimeter lang und 14 Zentimeter breit sein. Dabei bringen sie ein Gewicht von maximal 1,78 Kilogramm auf die Waage.

Größtes Ei im Verhältnis zum Körpergewicht des Weibchens:
Sandregenpfeifer Zwar legen Strauße gigantische Eier, sie selbst sind jedoch auch ziemlich groß. Anders verhält sich dies bei den Zwergkiwis (Apteryx owenii, Neuseeland), den Sandregenpfeifern (Charadrius hiaticula, siehe Foto rechts, beheimatet in der Arktis, dort in Kanada, Nordeuropa und Nordasien) und den Sturmschwalben (Familie Hydrobatidae, beheimatet über den offenen Ozeanen). Weibchen dieser Vogelarten legen Eier, die rund 25 Prozent ihres eigenen Körpergewichts entsprechen. Vergleich: Das Gewicht eines Straußeneis entspricht lediglich etwa einem Prozent des Körpergewichts der Weibchen dieser Vogelart.

Kleinstes Ei:
Die winzige in Kuba beheimatete Bienenelfe (Calypte helenae) ist mit ihren 5,7 Zentimetern Körperlänge der kleinste Vogel der Welt. Daher verwundert es nicht, dass diese zierlichen Kolibris auch die kleinsten Eier legen. Sie sind 6,35 Millimeter lang und wiegen nur etwa 0,25 Gramm.

Größtes Gelege (Nesthocker):
BlaumeiseUnter dem Begriff "Nesthocker" versteht man Vögel, deren Nachkommen bis zum Flüggewerden im Nest bleiben und sich dort von ihren Eltern füttern lassen. Die überall in Mitteleuropa heimische Blaumeise (Cyanistes caeruleus) legt durchschnittlich zehn bis elf Eier in ihr Nest. Zu welcher Zeit im Frühling die Blaumeisen zur Familiengründung schreiten, hängt davon ab, wie viel Futter sie finden.

Größtes Gelege (Nestflüchter):
Nestflüchter sind solche Jungvögel, die unmittelbar nach dem Schlupf bereits das Nest verlassen und mit ihren Eltern umherlaufen oder -schwimmen können. Bei den Nestflüchtern hat das Rebhuhn (Perdix perdix) das größte Gelege. Den Weibchen dieser Vogelart gelingt das Kunststück, durchschnittlich 15 bis 19 Eier pro Gelege zu produzieren. Weil bei weitem nicht alle Küken überleben, sind die Tiere auf große Gelege angewiesen, um die Art zu erhalten.

Längste Brutzeit:
Weibchen zweier Vogelarten müssen besonders geduldig sein, was das Wärmen ihrer Gelege anbelangt. Streifenkiwis (Apteryx australis, Neuseeland) und Wanderalbatrosse (Diomedea exulans, Südpolarmeer) brüten 74 bis 84 beziehungsweise 75 bis 82 Tage. In Extremfällen, zum Beispiel bei überdurchschnittlich kühler Witterung, beträgt die Brutdauer bei beiden Arten bis zu 85 Tage.

Kürzeste Brutdauer:
Weibliche Buntspechte (Dendrocopos major, Mitteleuropa) und andere Singvogeldamen (Ordnung Passeriformes, verschiedene Erdteile) haben es in Bezug auf ihre Jungenaufzucht erheblich besser, da sie nur zehn Tage auf ihren Eiern ausharren müssen, bevor der Nachwuchs schlüpft.

Kälteste Brutperiode:
Die einzige Vogelart, die im Winter brütet, sind die Kaiserpinguine (Aptenodytes forsteri). Nachdem die Vögel mit dem Beginn des Winters aus dem Meer aufs Packeis der Antarktis wandern und die Weibchen ein einziges Ei gelegt haben, übergeben sie dies den Männchen, die es 64 Tage im antarktischen Winter bei unvorstellbarer Kälte bebrüten. Während die Weibchen zum Meer wandern und dort monatelang auf die Suche nach Nahrung gehen, drängen sich die Männchen in ihrer Brutkolonie dicht aneinander, um sich zu wärmen; die Temperaturen fallen in der Antarktis zeitweise auf Werte unter -50 Grad Celsius. Die brütenden Kaiserpinguinmännchen hungern während der gesamten Brutdauer. Nachdem die Küken geschlüpft sind, wärmen sie sie weiterhin und füttern sie mit einem Sekret, das sie selbst mit Hilfe von Drüsen bilden. Erst wenn die Weibchen in der Kolonie eintreffen und die Küken übernehmen, können die Männchen zum Meer wandern und wieder fressen. Dies ist gegen Ende des Winters der Fall.

Kürzeste Zeit bis zum Erreichen der Flugfähigkeit:
Junge Großfußhühner (Familie Megapodiidae, Südostasien) haben es ebenso eilig wie frisch geschlüpfte Braunbauch- beziehungsweise Cabottragopane (Tragopan caboti, in China beheimatet). Sie sind praktisch sofort nach dem Schlupf flugfähig beziehungsweise benötigen maximal 24 Stunden, um die für sie typische Art der Fortbewegung zu erlernen.

Längste Zeit bis zum Erreichen der Flugfähigkeit:
Richtig viel Zeit mit dem Jungfernflug lassen sich hingegen Königsalbatrosse (Diomedea epomophora, Südpolarmeer) und Wanderalbatrosse (Diomedea exulans, Südpolarmeer). Sie erlernen erst nach neun bis zwölf Monaten das Fliegen.

Kürzeste Zeit bis zum Erreichen der Geschlechtsreife:
Bei vielen Hühnervögeln, darunter den Wachteln (Coturnix coturnix, in Europa und Asien beheimatet) dauert es nur zehn Wochen, bis sich junge Vögel selbst fortpflanzen können.

Längste Zeit bis zum Erreichen der Geschlechtsreife:
Auch in dieser Kategorie tummeln sich wieder einmal etliche Albatrosse: Dunkelalbatrosse (Phoebetria fusca, Südpolarmeer) benötigen 13 Jahre, um geschlechtsreif zu werden. Ein wenig schneller geht es bei den Königsalbatrossen (Diomedea epomophora, Südpolarmeer) und Wanderalbatrossen (Diomedea exulans, Südpolarmeer). Sie können nach sechs bis zehn Lebensjahren selbst eine Familie gründen.

Nördlichster Brutvogel:
Sehr hart im Nehmen ist die Elfenbeinmöwe (Pagophila eburnea). Diese hart gesottenen Vögel brüten im späten Frühjahr sogar oberhalb von 79° N auf Treibeis in arktischen Gewässern.

Südlichster Brutvogel:
Rund um den Südpol überleben nur die ganz Starken. Weißflügel-Sturmvögel (Thalassoica antarctica) ziehen ihre Jungen in den Thiel Mountains auf, die bei 80° 30' S, 25° 00' W in der Antarktis liegen. Schneesturmvögel (Pagodroma nivea) wurden auf dem Mount Provender im Shackleton Range auf dem antarktischen Festland beim Brüten beobachtet.

Größter Nisthügel:
Vögel, die ihre Eier in Nisthügeln vergraben, nutzen die Wärme, die bei den natürlichen Zersetzungsprozessen entsteht. Abgestorbene Blätter und andere pflanzliche Überreste erledigen so in Zusammenarbeit mit Mikroorganismen für die Vögel den Großteil der Arbeit. Das in auf südostasiatischen Inseln beheimatete Großfußhuhn (Megapodius freycinet) nutzt Nisthügel, die bis zu fünf Meter hoch und elf Meter breit sein können.

Umfangreichste Gemeinschaftsnester:
In weiten Teilen Afrikas leben die sehr sozialen Webervögel, sie bilden gigantische Brutkolonien. Siedelweber (Philetairus socius), die zum Beispiel in der Kalahari vorkommen, bauen Gemeinschaftsnester mit bis zu 300 einzelnen Nistkammern. Dieses "Dorf" erhöht für jede einzelne Familie im Falle eines Angriffs durch einen Fressfeind die Überlebenschancen, da sich sehr viele andere potentielle Opfer in unmittelbarer Nähe befinden.

Größtes überdachtes Nest:
Die Nester des in Afrika beheimateten Hammerkopfes (Scopus umbretta) muten mit ihrer ausladenden Form und dem soliden Dach sonderbar an. Sie können bis zu zwei Meter breit und tief sein. Menschen können ein solches Gebilde als bequemen Unterschlupf nutzen, sofern es sie auf einen Baum verschlägt, in dem sich ein verlassenes Hammerkopfnest befindet.

Weißkopfseeadler Größtes Baumnest:
Der Wappenvogel der USA, der Weißkopf-Seeadler (Haliaeetus leucocephalus), baut die stattlichsten Baumnester. Sie sind im Durchmesser bis zu 2,9 Meter groß und erreichen eine Höhe von bis zu sechs Metern.

Größtes Nest eines Kleinvogels:
Was treibt ein nur 21 Zentimeter langer Vogel in einem im Durchmesser 1,5 Meter großen Nest? Diese Frage kann allein eine Vogelart namens Weißkehlcacholote (Pseudoseisura gutturalis) beantworten. Wer diese Tiere selbst befragen möchten, muss sich nach Argentinien begeben, wo ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt.

Längste Niströhre:
Je länger die Röhre, desto effizienter ist der Schutz vor Fressfeinden. Getreu dieses Mottos gräbt der Nashornalk (Cerorhinca monocerata) seine bis zu acht Meter langen Kinderstuben. Diese Vogelart überwintert beispielsweise an der Pazifikküste Nordamerikas.

Kleinste Nester:
Nur halb so groß wie eine Walnussschale ist das Nest der Zwergelfe (Mellisuga minima). Dieser nur rund fünf Zentimeter lange Kolibri lebt in der Karibik. Dort ist auch die Bienenelfe (Calypte helenae), eine weitere Kolibriart, beheimatet, die ihre nur 0,25 Gramm schweren Eier in Nester legt, die die Größe eines Fingerhutes aufweisen.

Autorin des Sonderbeitrags und Fotos (sofern nicht anders gekennzeichnet) © Gaby Schulemann-Maier

 

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