Ringeltaube (Columba palumbus)

Ringeltauben
Foto © Tanja Kahlert

Ringeltaube
Foto © Gaby Schulemann-Maier

Ringeltaube
Foto © Gaby Schulemann-Maier

Größe: ca. 40 cm
Spannweite: ca. 75 cm
Gewicht: 350 bis 500 g
Merkmale: Die Ringeltaube ist bei genauer Betrachtung recht deutlich von anderen Taubenarten zu unterscheiden. Ihr Gefieder ist grau bis blaugrau, wobei die Flügel eine dunklere Färbung aufweisen als Brust und Bauch. Der Übergang von Brust zu Hals schimmert je nach Lichteinfall leicht grünlich-violett. Besonders auffälliges Merkmal ist bei erwachsenen Ringeltauben ein weißer, leicht unregelmäßiger Fleck auf jeder Halsseite, der etwa die Größe eines 2-Euro-Stückes aufweist. Ebenso charakteristisch sind die weißen Federn im Bereich des Ellenbogens bzw. im Übergang von der Armschwinge zur Handschwinge und die relativ langen Schwanzfedern. Männliche und weibliche Tiere lassen sich rein optisch kaum voneinander unterscheiden. Jungtieren fehlen die weißen Kehlflecken. Diese bilden sich erst nach ein paar Monaten aus.
Fortpflanzung: Ringeltauben legen in der Regel zwei Eier pro Gelege, die Brutdauer beträgt etwa 18 Tage; davor findet jedoch zunächst die Partnerwerbung statt. Ihre Lautäußerungen während der Balz sind recht prägnant. Ein Gurren mit dem Rhythmus "gu-guuu-gu-gu-gu" und mehreren Wiederholungen ist von den Männchen häufig zu hören und leitet in unseren Breitengraden den Frühling ein. Außerdem machen männliche Ringeltauben auf sich aufmerksam, indem sie einige Flügelschläge steil in die Luft fliegen und anschließend leicht in Richtung Erdboden gleiten. Dieses Ritual führen sie mehrmals hintereinander durch, oft in einem Kreis rund um ihr Revier. Entgegengesetzt weitläufiger Meinung kommunizieren Tauben aber auch außerhalb der Brut durch Geräusche miteinander. Zeitweise lässt sich ein tiefes, leises und rhythmisches Brummen feststellen, dass jedoch nur in unmittelbarer Nähe hörbar ist. Möglicherweise steht es im Zusammenhang mit dem Fund von Futter oder der Nahrungsaufnahme im Allgemeinen. Vom Rhythmus her kommt es den Bettellauten der Jungtiere sehr nah.
Ringeltauben haben ein interessantes Hochzeitsritual, das man manchmal in Bäumen oder auch auf Hausdächern beobachten kann. Der Täuber versucht seine Angebetete, neben seinen Balzrufen, von seinen Qualitäten zu überzeugen, indem er sich tief verneigt und dabei ein tiefes Brummen verlauten lässt. Das Weibchen macht den Täuber zunächst auf sich aufmerksam, indem sie sich ihm mit kleinen animierenden Hopsern und anschließendem Ducken nähert oder entfernt. Ist sie zur Paarung bereit, duckt sie sich, nickt und brummt rhythmisch und zittert leicht - ähnlich wie ein Jungvogel - mit angelegten Flügeln.
Männchen und Weibchen teilen sich die Aufzucht ihrer Jungen. Dabei beanspruchen sie ein Revier für sich, das manchmal nur ein Baum sein kann. Sobald die Jungen mit etwa drei bis vier Wochen flügge werden, verlassen sie das Nest, halten sich aber häufig noch in "ihrem" Baum auf und werden von den Eltern weiter versorgt, bis sie komplett selbstständig sind.
Lebensraum: Ringeltauben sind Wildvögel, deren ursprünglicher Lebensraum Wälder und Felder mit kleinen Waldstücken waren. Heute findet man sie jedoch sehr häufig auch in Vorstadtgebieten oder sogar in Innenstädten, in denen sie gerne Parkanlagen zur Brut nutzen.
Nahrung: Auf dem Speiseplan stehen allerlei Sorten Getreide, Sämereien, Beeren, Bucheckern, Eicheln, teilweise auch Insekten und Würmer.
Zugverhalten: Die Ringeltaube bleibt das ganze Jahr über in Europa. Außerhalb der Brutzeit findet man sie häufig in größeren Schwärmen auf gemeinsamer Futtersuche. Nur Ringeltauben, die im hohen Norden ansässig sind, ziehen im Winter in etwas wärmere Gefilde.
Englischer Name: Wood Pigeon

Text: Tanja Kahlert