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Wann sollte die Fütterung beginnen?

Buntspecht im SchneeWer die Wildvögeln in der kalten Jahreszeit mit Nahrung versorgen möchte, sollte nicht zu spät mit der Fütterung beginnen. In jenen Regionen Deutschlands, in denen nur wenig natürliche Nahrung zur Verfügung steht, ist ein Fütterungsbeginn im September sinnvoll. Zu diesen Arealen mit wenig natürlicher Nahrung gehören beispielsweise städtische Ballungsräume. In diesen Gebieten sollte außerdem nicht zu früh mit dem Reichen der Nahrung aufgehört werden. Die Vögel bis in den April oder Mai zu füttern, ist dort durchaus empfehlenswert, sofern nicht ohnehin beabsichtigt wird, das gesamte Jahr hindurch Nahrung zu reichen. In ländlichen Regionen ist die Nahrungssituation in der Natur meist weniger von Engpässen geprägt. Ist im Herbst das Wetter überdurchschnittlich schlecht, kann eine Vogelfütterung im Einzelfall jedoch auch außerhalb von Ballungsräumen recht früh im Jahr sinnvoll sein. Foto: Buntspecht, © Leela

Den Vögeln entstehen durch den zeitigen Fütterungsbeginn zahlreiche Vorteile:

  • Stare am FutterplatzWird ein Futterplatz eingeweiht, wenn noch relativ viel Nahrung in der Natur zu finden ist, haben die Vögel mehr Zeit, sich den Standort des "Vogelrestaurants" quasi nebenbei einzuprägen und können es in Zeiten des Mangels zielsicher ansteuern, wenn sie hungrig sind. Foto rechts: Stare am Futterplatz, © Jennifer Jürgens
  • Im Herbst bereiten sich die Zugvögel auf ihre Kräfte zehrenden Flüge in die Winterquartiere vor. Können sie sich vor der Abreise an einem Futterplatz einige Fettreserven anfuttern, erhöhen diese ihre Überlebenschancen, denn zahlreiche Vögel überstehen die Strapazen des Zuges nicht, weil sie zu mager sind. Allerdings greifen viele Zugvogelarten vorzugsweise auf Beerenobst zurück, denn ihr Körper ist im Herbst darauf programmiert, hieraus die lebensnotwendigen Fettreserven zu bilden.
  • Gimpel, Star und Haussperlinge am FutterplatzDiejenigen Wildvögel, die im Herbst nicht fortziehen, können sich eine kleine Reserve für frühe Wintereinbrüche anfuttern und fallen nicht gleich in der ersten Frostperiode der Kälte zum Opfer. Foto rechts: Gimpel, Star und Haussperlinge am Futterplatz, © Jennifer Jürgens
  • Zahlreiche Brutvogelarten, die im Winter in unseren Breiten verweilen, legen bereits im Herbst ihre Reviergrenzen fest. Je mehr Futter ein Areal bietetund sei es an vom Menschen betreuten Futterplätzen, desto mehr Vögel können in diesem Gebiet Fuß fassen, weil der Konkurrenzdruck untereinander geringer ist. Die Reviergröße schrumpft bei vielen Arten aufgrund der guten Nahrungssituation, woraus im Laufe der Jahre ein Populationsanstieg entstehen kann.
  • Stieglitze auf einer SonnenblumeIm Herbst kann man leicht natürliche Futtermittel wie Distelsamenkapseln sammeln oder die Köpfe von Sonnenblumen mit reifen Samen am Futterplatz anbieten. Damit gelingt es meist recht leicht, Nahrungsspezialisten wie Stieglitze an den Futterplatz gewöhnen, wenn man diese aus der Natur stammenden Futtermittel dort reicht. Denn wenn die Vögel schon einmal am Futterplatz sind, probieren sie meist auch von dem restlichen Futter, das dort zu finden ist und gewöhnen sich so an den Ort. Foto: Stieglitz-Männchen (unten) und -Weibchen auf einer Sonnenblume, © Karin Jähne/Pixelio.de
  • Jugendliche KohlmeiseJungvögel aus einer zweiten oder gar dritten Jahresbrut sind meist weniger erfahren in Bezug auf die Nahrungssuche als die Geschwister aus der Erstbrut, denn ihnen bleibt weniger Zeit zum Üben. Ihre Überlebenschancen steigen, wenn sie frühzeitig einen Futterplatz kennen lernen und diesen im Winter gezielt ansteuern können. Foto: Jugendliche Kohlmeise, © Gaby Schulemann-Maier

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